In 9 Schritten zu den passenden Fördermitteln

Das Finden von Fördermitteln ist eine Fleißarbeit. Außerdem ist es komplex und setzt viel Liebe zum Detail und zum Lesen voraus. Jedes Bundesland hat eigene Förderprogramme mit eigenen Richtlinien. Was zum Beispiel in Nordrheinwestfalen förderfähig ist, wird nicht unbedingt in der gleichen Weise in Rheinland-Pfalz oder Bayern gefördert. Die Wahl des Bundeslandes ist dann interessant, wenn Sie den Bau einer neuen Betriebsstätte planen. Manchmal kann es sinnvoll sein, die Landesgrenze zu überschreiten, um höhere Fördersätze zu erhalten. Selbstverständlich muss der Aufwand im Verhältnis zu den Zuschüssen stehen, die Sie erwarten.

Nachfolgend werden die notwendigen Arbeitsschritte beschrieben, um Fördermittel für ein Vorhaben zu generieren. Ziel einer jeden Fördermittelplanung ist, ein Gesamtfinanzierungskonzept zu finden, das mit Fördermitteln optimiert werden kann und zum jeweiligen Projekt passt. Dabei sind immer die aktuellen Förderrichtlinien zu beachten.

  1. Vor Beginn klären Sie Ihr Vorhaben. Zum Beispiel planen Sie den Umbau eines sanierungswürdigen Gebäudes in Wohnungen oder in eine Gewerbeimmobilie mit Büroflächen. Um Details zu klären, ist es vorteilhaft, erste Gespräche mit einem Architekten, dem Steuerberater und vielleicht auch schon mit der Hausbank zu führen. Aber erteilen Sie noch keine Aufträge, denn sonst wird der Antrag sofort abgelehnt!
  2. Wenn Sie nun Ihr Projekt kennen, suchen Sie die Fördermittel, die für Ihr Vorhaben passen könnten. Dabei können Sie zum Beispiel in der Förderdatenbank des Bundes, den Landesförderbanken oder der KfW Bank fündig werden. Nachdem Sie das Passende gefunden haben, lesen Sie in den Richtlinien, welche Programme kombiniert werden können.
  3. Sie haben stets die Möglichkeit, bei Fragen zu den Programmen einen zuständigen Ansprechpartner des jeweiligen Fördermittelgebers anzurufen. Oft reicht ein Gespräch und Sie wissen, dass dieses Programm nicht passt. Dann sparen Sie sich enorm viel Zeit.
  4. Da viele Programme über die Hausbank eingereicht werden müssen, wird ein Businessplan oder eine Projektskizze benötigt. Diese werden an die Fördermittelgeber weitergeleitet. Es spart Zeit, wenn Sie diese Unterlagen bereits erstellt haben. Ein Geschäftsplan ist auch für Sie wichtig. Sie erhalten einen guten Überblick über Ausgaben und Einnahmen. Die Finanzplanung kann nach Beginn des Vorhabens damit gut überprüft werden.
  5. Nun können Sie das Gesamtfinanzierungskonzept mit den optimalen Fördermitteln fertigstellen. Stimmen Sie sich regelmäßig mit der Hausbank, den Fördermittelgebern und Ihrem Steuerberater ab. Bedenken Sie zum Beispiel an Abschreibungen oder Ihre Wünsche zur Laufzeit von Förderdarlehen. Nachdem Sie von der Bank eine Finanzierungszusage haben, können Sie den Antrag stellen.
  6. Bei der Antragsstellung achten Sie bitte darauf, sämtliche Form-und Fristvorschriften einzuhalten und alle geforderten Unterlagen an die Fördermittelgeber zu senden. Oft muss ein Antrag erst im Kundenportal eingegeben und hochgeladen werden. Danach muss er ausgedruckt und vom Antragssteller unterschrieben werden.
  7. Sobald Sie vom Fördergeber eine Eingangsbestätigung erhalten haben, können Sie auf eigenes Risiko mit dem Vorhaben beginnen. Meist erhalten Sie eine Liste mit Unterlagen, die noch fehlen und Fragen, die noch zu klären sind. Nachdem endlich alles erledigt ist, erhalten Sie den Zuwendungsbescheid. Entweder Ihr Antrag wurde angenommen oder nicht. Auch wenn Sie einen negativen Bescheid erhalten haben, fragen Sie nach, woran es gelegen hat. Manchmal fehlen einfach Unterlagen, die man nachsenden kann. Aber auch einen positiven Bescheid sollten Sie intensiv prüfen.
  8. Sobald das Vorhaben mit Fördermitteln beginnt, müssen Sie Verwendungsnachweise sammeln, protokollieren und alles rund um Ihr Vorhaben dokumentieren. Dies ist besonders wichtig, damit Sie später Zuschüsse nicht zurück zahlen müssen.
  9. Bereits während der Umsetzung, spätestens nach Abschluss des Vorhabens, müssen Sie einen Abschlussbericht schreiben. Dabei sind Form- und Fristvorschriften zu beachten.

Herzlichen Glückwunsch! Sie haben es geschafft.

Viel Erfolg bei Ihrem nächsten Vorhaben

wünscht Ihnen Silke Bremser

Ölgemälde von René Avold – Il pranzo al mare

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